Über 1.800 Banken via PSD2 verbinden: So funktioniert Open Banking
94 % der europäischen Banken sind PSD2-konform. Aber was bedeutet das für dein Unternehmen? Eine klare Erklärung von Open Banking ohne Fachjargon.
Im Jahr 2018 änderte die Europäische Union die Spielregeln für das Bankwesen. Mit der Einführung von PSD2, der überarbeiteten Richtlinie für Zahlungsdienste, wurden Banken verpflichtet, ihre Daten über gesicherte APIs zu teilen. Nicht mit jedem, sondern mit zertifizierten Drittanbietern, denen du als Kunde ausdrücklich die Erlaubnis erteilst.
Das klingt technisch. Doch die Folge ist ganz praktisch: Deine Banktransaktionen können jetzt automatisch und sicher in deiner Buchhaltung landen, ohne dass du Dateien herunterlädst oder manuell importierst. Das ist Open Banking.
Was genau ist PSD2?
PSD2 steht für Payment Services Directive 2. Es handelt sich um eine europäische Verordnung, die im Januar 2018 in Kraft trat. Der Kern: Wenn du dich dafür entscheidest, müssen Banken registrierten Drittanbietern Zugang zu deinen Transaktionsdaten gewähren.
Diese Drittanbieter heißen AISPs: Account Information Service Providers. Sie dürfen deine Transaktionen einsehen, können aber keine Zahlungen ausführen oder Geld verschieben. Nur lesen, kein Schreiben.
94 % der europäischen Banken sind inzwischen PSD2-konform. Weltweit verarbeiten Open-Banking-APIs mehr als 137 Milliarden Calls pro Jahr (2025). Das ist kein Experiment mehr. Es ist der Standard.
Wie funktioniert eine PSD2-Bankverbindung?
Der Ablauf ist erstaunlich einfach. Drei Schritte:
Schritt 1: Erlaubnis erteilen. Du erteilst über deine eigene Banking-App oder dein Online-Banking die Erlaubnis, dass ein bestimmter Anbieter deine Transaktionen einsehen darf. Das heißt "Consent". Du siehst genau, welche Konten und welche Daten du teilst.
Schritt 2: Gesicherte Verbindung. Der AISP stellt über die Bank-API eine verschlüsselte Verbindung her. Es werden keine Passwörter geteilt. Die Authentifizierung läuft über Strong Customer Authentication (SCA), also über deine Banking-App, deinen Fingerabdruck oder einen SMS-Code.
Schritt 3: Automatische Synchronisierung. Transaktionen kommen über die API herein. Je nach Bank und Anbieter geschieht das mehrmals täglich. Die Daten gehen direkt in deine Buchhaltung.
Das war's. Keine Dateien herunterladen, kein manuelles Hochladen, kein MT940.
Warum ist das sicherer als die alte Methode?
Vor PSD2 gab es Dienste, die "Screen Scraping" nutzten. Sie loggten sich buchstäblich mit deinen Zugangsdaten in dein Online-Banking ein und lasen die Seite aus. Effektiv, aber riskant: Ein Drittanbieter hatte dein Passwort.
PSD2 setzt dem endgültig ein Ende. Die Unterschiede sind grundlegend:
| Merkmal | Screen Scraping | PSD2 Open Banking |
|---|---|---|
| Zugangsdaten teilen | Ja, vollständig | Nein, niemals |
| Authentifizierung | Über Drittanbieter | Über deine eigene Bank (SCA) |
| Erlaubnis | Implizit | Ausdrücklich pro Konto |
| Regulierung | Keine | EU-Gesetzgebung + Aufsicht |
| Widerrufbar | Schwierig | Direkt über deine Bank |
| Lesezugriff | Alles | Nur was du teilst |
Screen Scraping ist in der EU inzwischen für Zahlungsdienste verboten. PSD2 ersetzt es durch ein System, das Datenschutz und Sicherheit zum Grundsatz macht.
Strong Customer Authentication: der Türsteher
SCA ist vielleicht der wichtigste Bestandteil von PSD2. Bei jeder neuen Autorisierung, und alle 90 Tage zur Erneuerung, musst du dich mit mindestens zwei dieser drei Faktoren identifizieren:
- Etwas, das du weißt: PIN, Passwort
- Etwas, das du hast: Telefon, Bankkarte
- Etwas, das du bist: Fingerabdruck, Gesichtserkennung
Das ist dieselbe Sicherheit, die deine Bank für das Online-Banking nutzt. Keine Kompromisse.
1.800+ Banken in einem Netzwerk
Einer der stärksten Aspekte von Open Banking ist die Skalierung. Da PSD2 ein europäischer Standard ist, gilt es für Banken in allen EU-Mitgliedstaaten. Dazu das Vereinigte Königreich, das einen eigenen, kompatiblen Open-Banking-Standard hat.
Für die Niederlande bedeutet das, dass ABN AMRO, ING, Rabobank und alle anderen lizenzierten Banken eine PSD2-API anbieten. Doch es geht weiter. Über spezialisierte Aggregatoren, also Anbieter, die die Verbindung zu Hunderten von Banken pflegen, kannst du auch belgische, deutsche, spanische, französische, britische und andere europäische Banken verbinden.
Wir bieten über unsere Plattform Zugang zu mehr als 1.800 Banken. Das ist relevant, wenn du international tätig bist, ausländische Kunden hast oder einfach ein Konto bei einer Bank außerhalb der Niederlande führst.
Verschlüsselung und Datenminimierung
Alle Daten, die über PSD2-APIs fließen, sind verschlüsselt, sowohl während der Übertragung (TLS 1.2+) als auch im Ruhezustand. Es gilt aber auch ein Grundsatz der Datenminimierung: Ein AISP darf nur die Daten abrufen, die für den Dienst nötig sind.
Konkret geht es um Transaktionsdaten: Datum, Betrag, Gegenkonto, Verwendungszweck. Keine Guthaben von Sparkonten, kein Anlageportfolio, keine personenbezogenen Daten über das strikt Notwendige hinaus.
Bei iWebDevelopment gehen wir einen Schritt weiter: Wir speichern keine Finanzdaten. Transaktionen werden an deine Buchhaltung weitergeleitet und nicht auf unseren Servern aufbewahrt. Unsere Infrastruktur ist ISO-27001-zertifiziert und unabhängig durch Penetrationstests geprüft.
Und PSD3? Was kommt da noch?
Die Europäische Union arbeitet an PSD3, dem Nachfolger von PSD2. Im November 2025 erzielten das Europäische Parlament und der Rat eine politische Einigung über den neuen Regelungsrahmen. Es wird erwartet, dass PSD3 in der zweiten Hälfte von 2027 oder Anfang 2028 in Kraft tritt.
Was ändert sich? Die wichtigsten Verbesserungen:
Datenparität. Banken müssen über ihre APIs dieselbe Qualität und Geschwindigkeit bieten wie über ihre eigenen Kanäle. Keine abgespeckten APIs mehr.
FIDA, Financial Data Access. Eine Erweiterung von Open Banking auf andere Finanzprodukte: Versicherungen, Renten, Hypotheken. Der Anwendungsbereich wird größer.
Strengere Durchsetzung. Nationale Aufsichtsbehörden erhalten mehr Befugnisse, um gegen Banken vorzugehen, die ihre APIs vernachlässigen.
Betrugsprävention. Neue Maßnahmen gegen Spoofing und Social Engineering, darunter die verpflichtende Verification of Payee (bereits seit Oktober 2025 unter der Instant Payment Regulation vorgeschrieben).
Unsere Erfahrung zeigt, dass jedes PSD-Update die Position der AISPs stärkt. PSD2 machte Open Banking möglich. PSD3 macht es zuverlässiger und breiter.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du noch MT940-Dateien manuell importierst, ist PSD2 der logische Ersatz. Es ist sicherer (keine Passwörter teilen), schneller (automatisch, mehrmals täglich) und zukunftssicher (EU-reguliert, PSD3 im Anmarsch).
Der Umstieg dauert keine Wochen. Bei uns bist du innerhalb eines Tages einsatzbereit. Du erteilst über deine Bank die Erlaubnis, wählst aus, welche Konten du verbinden möchtest, und die Transaktionen fließen automatisch zu Exact Online, Twinfield oder AFAS.
Keine Dateien. Keine Handarbeit. Dafür volle Kontrolle darüber, wer was sehen darf.
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